lch reise gerne und natürlich nicht mit Scheuklappen vor den Augen. Aber was ich sehe, sinkt runter in den Keller. Und dann fährt man, bewußt oder unbewußt, mit dem Fahrstuhl in sich selber runter und rauf und zitiert das Gesehene, oft nur in vagen Umrissen, hoch. Stimulantien, um malen zu können, brauche ich nicht. Es ist derselbe lmpuls wie im Wasserhahn, an einer Wasserleitung, wo der Wasserdruck drin ist: dreh ich den Wasserhahn auf, kommt es raus. Das ist der lmpuls. Es müßte einen Wasserhahn-ismus geben, ich möchte dazu gehören. Aber all diese Kategorisierungen, Etikettierungen und Schubladen halte ich für eine mir unerträgliche Beschränkung und Einengung. Heinz Trökes, zitiert aus dem Ausstellungskatalog der Galerie Christoph Dürr, München 1977.

(…) Eine kleine rot-schwarze Maschine landet und Vater mit Tochter steigen aus. Das erscheint mir noch vertrauenerweckender und ich rede mit dem Mann und wir handeln und verhandeln und einigen uns schließlich auf hundertzehn Dollar. Start bei gutem Wetter am nächsten Morgen um halb sieben. Zuerst wollen wir über die Berge nach Bonampak fliegen und auf dem Rückweg eine Zwischenlandung in Palenque machen, wo 1951 in der großen „Pyramide der Inschriften” ein Maya-Fürstengrab entdeckt wurde, die einzig bisher bekannte Grabpyramide in Mexiko — ganz im Gegensatz zu Ägypten. (…) Heinz Trökes zitiert aus seinem Reisebericht „Märkte, Magier und Vulkane“, Tagesspiegel 23. August 1964.

“Heinz Trökes ist ein begeisterter Reisender. Der Impuls, der ihn immer wieder zum Reisen treibt, ist seine unablässige Neugier darauf, im Unbekannten neue Funde zu machen. Die geographischen Orte und Landschaften auf dieser Erde, zu denen sich Trökes hinbegeben hat, die Metropolen, mehr aber noch die entlegenen Landstriche und Inseln in Europa, in Amerika, in Afrika oder in Asien, die vielfältigen Eindrücke sowie die Erlebnisse, die er dort gewann, sind aber, genau besehen, der von der Neugier des Künstlers der uns umgebenden Sinnenwelt abgeforderte Spiegelreflex zur Bestätigung eines weit größeren Abenteuers, das mit der äußeren Reisetätigkeit in dialogischer Resonanz verbunden ist, nämlich die Entdeckungsreise zu Funden in den unbekannten Bereichen des eigenen Bewusstseins, Gefilden, die oftmals gar nicht in irgendwelchen unergründlichen Tiefen verborgen liegen, sondern die – unter der Haut und unter der Hand – nur darauf warten, von unserer forschend auf unser eigenes Innere gerichteten Selbstbesinnung berührt zu werden, um ihre Inhalte bereitwillig erschließen zu können.” Zitiert aus: „Trökes Schwarz Weiß“, TRÖKES – Bilder, Zeichnungen, Collagen und Skizzenbücher 1938-1979. Eberhard Roters, Akademie der Künste, Katalog 126.